IT’S ARCHITECTURE, STUPID

Da ist von „baukultureller Qualität“ die Rede im Zusammenhang mit der Erstvergabe eines sogenannten Gestaltungszertifikats – eine von der DGNB, der BAK und dem BDA jüngst gestartete Initiative. Eine Seite weiter von einem „baukulturellen Schmuckstück“ (gemeint hier ist das Wasserlabor der Kölner Stadtentwässerungsbetriebe) und noch eine Seite weiter wird für den „Baukultur-Bericht 2016/2017“ der „Bundestiftung für Baukultur“ geworben. Und so geht es weiter in der Dezember-Ausgabe des Deutschen Architektenblattes. Das Übel hatte seinen Anfang vor genau 10 Jahren genommen mit der Gründung nämlich der schon genannten Stiftung und setzt sich seitdem mit unverminderter Wucht fort. Das Übel: die Verdrängung der Architektur von der „Baukultur“. Es ist ganz so, als würde man das Wort Medizin mit „Körperkultur“ ersetzen, um womöglich Vorgänge wie Piercing, Tattooing, Fitness Training und vielleicht noch FKK unter ein gemeinsames, alle am Körper durchgeführte Operationen überwölbendes Obdach unterzubringen. Oder Poesie mit Wortkultur, oder Musik mit Klangkultur usw. Und es ist so, als würden Architekten ein schlechtes Gewissen haben mit dem, was sie tun. Das alles ist natürlich Unsinn, aber doch kein harmloser, steht doch wieder einmal unsere trotz aller gelegentlichen Totansagen quicklebendige Disziplin zur Disposition.

Lohnen würde sich übrigens die Ausschreibung eines Wettbewerbs für beste Übersetzungen des Wortes in andere… Sprachkulturen.

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